Was bedeutet die Religionszugehörigkeit?
In der Schweiz ist es wichtig, dass die Religionszugehörigkeit offiziell erfasst wird. Das betrifft nicht nur den persönlichen Glauben, sondern auch rechtliche und steuerliche Aspekte. Wenn Sie sich in der Schweiz anmelden – sei es beim Umzug in die Schweiz, innerhalb des Landes oder bei einer Neuanmeldung – wird Ihre Religionszugehörigkeit im Einwohneramt erfasst. Das passiert unabhängig davon, ob Sie zu einer bestimmten Kirche gehören oder nicht.
Die offizielle Registrierung der Religionszugehörigkeit hat direkte Auswirkungen auf die Kirchensteuer. In der Schweiz sind Mitglieder von öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen verpflichtet, Kirchensteuer zu zahlen. Diese Steuer wird automatisch auf Grundlage der Informationen im Einwohnerregister erhoben.
Wie wird die Kirchensteuer berechnet?
Die Kirchensteuer basiert auf der Religion, die im Einwohneramt registriert ist. Wenn Sie aus der Kirche austreten möchten, müssen Sie dies bei Ihrer Kirchgemeinde offiziell beantragen, damit Ihre Konfession im Einwohneramt geändert wird.
Ein Kirchenaustritt hat also nicht nur mit dem persönlichen Glauben zu tun, sondern auch mit rechtlichen und finanziellen Folgen. Wenn Sie austreten, wird Ihre Religionszugehörigkeit im Register der Gemeinde geändert, was direkt Einfluss auf Ihre Steuerpflicht hat.
Wie wird die Religionszugehörigkeit offiziell erfasst?
Für die Kirchensteuer ist die Religionszugehörigkeit wichtig, die bei der Gemeinde registriert ist. Wenn Sie nach dem Kirchenaustritt nicht mehr zu einer Kirche gehören, entfällt die Kirchensteuer.
Die Religionszugehörigkeit wird im Einwohneramt nur dann erfasst, wenn die Kirche im Kanton offiziell anerkannt ist. Normalerweise müssen Mitglieder von Glaubensgemeinschaften eine Steuer zahlen.
Für die drei grossen christlichen Kirchen gibt es spezielle Codes:
- 111: Evangelisch-reformierte Kirche (ganze Schweiz)
- 121: Römisch-katholische Kirche (ganze Schweiz)
- 122: Christkatholische Kirche (in einigen Kantonen)
Nach einem Kirchenaustritt wird der Code 000 eingetragen, was bedeutet, dass Sie als „unbekannt“ oder „konfessionslos“ gelten.
Wie sieht die Religionslandschaft in der Schweiz aus?
Die offizielle Erfassung der Religionszugehörigkeit unterscheidet sich von statistischen Erhebungen, die die tatsächliche religiöse und kulturelle Struktur des Landes widerspiegeln. In den letzten Jahrzehnten hat sich viel verändert: Während die christlichen Konfessionen immer weniger Mitglieder verzeichnen, steigt die Zahl der Menschen ohne Religionszugehörigkeit sowie die der Anhänger anderer Religionen.
1970 waren fast alle Schweizerinnen und Schweizer entweder reformiert oder katholisch. Heute sind etwa ein Drittel der Bevölkerung katholisch und ein Fünftel reformiert. Gleichzeitig gibt es immer mehr Menschen mit anderen Glaubensrichtungen, darunter Muslime, Hindus und Buddhisten. Die religiöse Vielfalt hat zugenommen, und die Zahl der Freikirchen wächst ebenfalls. Muslime stellen nach den christlichen Religionen die grösste Gruppe in der Schweiz dar.